Islamischer Religionsunterricht an öffentlichen Schulen kann junge Menschen möglicherweise widerstandsfähiger gegenüber islamistischen und extremistischen Weltbildern machen. Eine aktuelle Studie liefert Hinweise darauf, dass ein schulisch begleiteter und reflektierter Umgang mit Religion auch Vorurteilen wie Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit und Homophobie entgegenwirken kann. Kritiker weisen jedoch zugleich auf organisatorische und politische Schwierigkeiten hin.

Islamischer Religionsunterricht an einer Grundschule (Foto: picture alliance/dpa/Oliver Berg)

Neben dem evangelischen und katholischen Religionsunterricht wird in einigen Bundesländern auch islamischer Religionsunterricht angeboten, beispielsweise in Nordrhein-Westfalen. Damit ist die Hoffnung verbunden, muslimischen Schülerinnen und Schülern eine fundierte Auseinandersetzung mit ihrer Religion zu ermöglichen und sie dadurch besser vor extremistischen oder islamistischen Einflüssen zu schützen.

Die neue Studie deutet darauf hin, dass ein solcher Unterricht tatsächlich zur Prävention beitragen kann. Gleichzeitig bleibt umstritten, mit welchen islamischen Organisationen der Staat bei der Gestaltung und Durchführung des Unterrichts zusammenarbeiten soll.

Islamischer Religionsunterricht bleibt die Ausnahme

Islamischer Religionsunterricht soll die gesellschaftliche Integration fördern und Radikalisierung vorbeugen. Obwohl entsprechende Angebote inzwischen in elf Bundesländern bestehen und politisch unterstützt werden, erreichen sie bislang nur einen kleinen Teil der muslimischen Schülerinnen und Schüler.

In Nordrhein-Westfalen nehmen beispielsweise lediglich etwa sechs Prozent der muslimischen Schülerschaft daran teil. Islamischer Religionsunterricht wird dort an rund 250 von insgesamt etwa 5.400 Schulen angeboten.

Das Unterrichtsangebot sorgt zudem immer wieder für kontroverse Diskussionen. Kritiker befürchten, dass islamistische oder politisch beeinflusste Religionsgemeinschaften über den Religionsunterricht Zugang